Himmel in Speyer ausgerüstet pünktlich zum Reformationsjubiläums

Pünktlich zum 200-jährigen Reformationsjubiläum weihten die Speyerer Lutheraner am 31. Oktober 1717, mehr als 25 Jahre nach der fast vollständigen Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg, ihre neu erbaute Dreifaltigkeitskirche ein.
Blick zum Altar nach Norden | Bild: Jürgen Ernst

Blick zum Altar nach Norden | Bild: Jürgen Ernst

Der  Verkündigungsengel unmittelbar auf die gewölbten Holzbretter gemalt, nach Reinigung und Abnahme der Übermalungen | Bild: Claudia Gerner-Beuerle

Der Verkündigungsengel unmittelbar auf die gewölbten Holzbretter gemalt, nach Reinigung und Abnahme der Übermalungen | Bild: Claudia Gerner-Beuerle

Die Ranken an den Zwickeln der großen raumbreiten Querbilder bekommen ihre ursprüngliche Plastizität zurück | Bild: Claudia-Gerner-Beuerle

Die Ranken an den Zwickeln der großen raumbreiten Querbilder bekommen ihre ursprüngliche Plastizität zurück | Bild: Claudia-Gerner-Beuerle

Und das ganz Besondere an diesem stattlichen protestantischen Saalbau, der sich in Sichtweite des Speyerer Domes nach der Großen Himmelsgasse ausrichtet: Er ist an der rippengewölbten Holzdecke und den zweigeschossigen Emporen vollständig mit biblischen Geschichten ausgemalt. Johann Christoph Guttbier aus Mainz malte nach vorgegebenem, lutherischem Programm Szenen aus dem alten und dem neuen Testament.

Nach der letzten großen Restaurierung im Jahre 1929, wurde im neuen Jahrtausend neuer Sanierungsbedarf erkannt: Die Außenrestaurierung wurde 2009/2011 durchgeführt, seit 2015 läuft die Innenrestaurierung, deren zweiter Bauabschnitt soeben fertiggestellt wurde. Er umfasste die Restaurierung der Deckenmalereien des Chorraumes sowie das erste Joch der Decke bis zur Darstellung der Verkündigungsszene. Gleichermaßen, gemäß der Gerüststellung, erfolgten in diesem Zusammenhang auch die Bearbeitung der Emporenbilder und der gefassten Balustraden sowie die des Hochaltares und der Kanzel. Der Schwerpunkt der Maßnahme lag auf der Reinigung und Konsolidierung der Malschichten, sowohl bei der Decke, als auch bei den Gemälden der Empore. Dennoch konnten erfreulicherweise auch ästhetisch störende, weil fehlfarbene Überarbeitungen  aus vorangegangenen Restaurierungen entfernt werden, was zu einer großen Verbesserung der Lesbarkeit der dargestellten Motive geführt hat und im Endergebnis zu einer harmonischen Gesamtschau. So können sich Kirchengemeinde und Besucher pünktlich zum dreihundertjährigen Einweihungsjubiläum und zum fünfhundertjährigen Reformationsjubiläum am gerüstfreien, frisch restaurierten Himmel freuen. Ab 2018 wird dann, nach erneuter Gerüststellung, die Restaurierung der Decke und der Emporenbilder im dritten Bauabschnitt zu Ende geführt.

Claudia Gerner-Beuerle, Ulrike Weber 6.10.2017



GDKE