Das frisch restaurierte Kriegerdenkmal von 1870/71 in Germersheim

Auf dem Luitpoldplatz im Zentrum von Germersheim steht vor der ehemaligen Festungskommandantur seit 1888 das Kriegerdenkmal für die aus Germersheim stammenden Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71.
Kriegerdenkmal Germersheim - Löwenfigur des Kriegerdenkmals auf dem Luitpoldplatz in Germersheim. Bild: Christian Schüler-Beigang (GDKE, Direktion Landesdenkmalpflege)

Kriegerdenkmal Germersheim - Löwenfigur des Kriegerdenkmals auf dem Luitpoldplatz in Germersheim. Bild: Christian Schüler-Beigang (GDKE, Direktion Landesdenkmalpflege)

Kriegerdenkmal Germersheim - Das Kriegerdenkmal auf dem Luitpoldplatz in Germersheim. Bild: Christian Schüler-Beigang (GDKE, Direktion Landesdenkmalpflege)

Kriegerdenkmal Germersheim - Das Kriegerdenkmal auf dem Luitpoldplatz in Germersheim. Bild: Christian Schüler-Beigang (GDKE, Direktion Landesdenkmalpflege)

Es war vom damaligen Krieger- und Veteranenverein gestiftet und durch den Bildhauer Jakob Menges aus Kaiserslautern ausgeführt worden Ein großer Festakt begleitete seine Einweihung am 30. September 1888. Schon zwei Jahre später übereignete der Verein das Denkmal der Stadt Germersheim, die sich seither um das Denkmal und seine Erhaltung bemüht.

Das aus Schilfsandstein aus dem Raum Blieskastel gefertigte Kriegerdenkmal wies seit 2007 Schäden auf. Im Jahr 2014 waren sie so gravierend geworden, dass eine Gesamtrestaurierung unumgänglich wurde. Die anstehende Neugestaltung des östlich an den Luitpoldplatz anschließenden Paradeplatzes, die auch den Luitpoldplatz mit einschließen sollte und die Versetzung des Kriegerdenkmals mehr zur Platzmitte hin zum Ziel hatte, gab den Anstoß, die Restaurierung des Kriegerdenkmals in Angriff zu nehmen. Im November 2014 wurde es durch die Steinmetz- und Steinrestaurierungsfirma Sauer aus Mainz abgebaut und in die firmeneigene Werkstatt gebracht. Beim Abbau und vor Ort in Mainz entstanden eine Schadenskartierung und ein Restaurierungskonzept. 

Dabei zeigte sich, dass der bekrönende bayrische Löwe so in seiner Substanz geschädigt war, dass eine herkömmliche Restaurierung nicht ausreichen würde, um an eine Wiederaufstellung zu denken. So musste zwischenzeitlich erwogen werden, eine Kopie des Löwen für das Denkmal herzustellen und das Original in einem Innenraum unterzubringen. Eine aus denkmalpflegerischer Sicht allerdings unbefriedigende Lösung. Denn schließlich geht es in der Regel darum, nach Möglichkeit das Original am originalen Standort zu erhalten. Hinzu kam, dass auch für eine Präsentation im Museum die Löwenskulptur zu schlecht war, um sie ohne eine vorherige restauratorische Überarbeitung zu präsentieren.

Auf Anregung der die Maßnahme eng begleitenden Amtsrestauratorin und einer Mitarbeiterin des Mainzer Instituts für Steinkonservierung wurde dann in Kooperation mit der Steinrestaurierungsfirma Bauer-Bornemann aus Bamberg eine Erhaltungsmöglichkeit gewählt, die zur Zeit noch Innovationscharakter hat. Ein von der Firma Pummer aus Wien entwickeltes und patentiertes Verfahren ermöglicht eine Volltränkung von Steinobjekten mit Kieselsäureester im Vakuum-Verfahren. Auf diese Weise können durch Verwitterung sich vom Kern ablösende Schalen wieder fest mit dem Inneren des Steins verbunden werden. Dieses Schadensbild verbunden mit zahlreichen bereits früher aufgebrachten Restaurierungsmörteln, die nicht ohne Schaden vom Bildnis des Löwen hätten abgenommen werden können, kennzeichneten die Situation. Diesem neuartigen Verfahren wurden schließlich die Steinskulptur des Löwen und sein runder Sockelstein unterzogen. Die übrigen Steinrestaurierungsmaßnahmen am reich verzierten Unterbau übernahm die bereits genannte Firma Sauer. 

Im November 2017 konnte das Kriegerdenkmal an seinem neuen Standort wiedererrichtet werden und schmückt den Luitpoldplatz seither in neuem Glanz.

Zu den Gesamtkosten der Restaurierungsmaßnahme in Höhe von rund 134.000 Euro steuerte die Landesdenkmalpflege rund 40.000 Euro an Zuwendungsmitteln bei.

Christian Schüler-Beigang



GDKE