Eine dörfliche Idylle für die Besatzungsmacht - Die ehemalige französische Offizierssiedlung in Trier-Nord neu in der Denkmalliste

Ihre historische Bedeutung ist im Bewusstsein vieler Bürger der Stadt bereits fest verankert: Jetzt steht die einstige französische Offizierssiedlung in Trier-Nord, erbaut 1948-1950, auch in der Denkmalliste.
Eine dörfliche Idylle für die Besatzungsmacht - Die ehemalige französische Offizierssiedlung in Trier-Nord neu in der Denkmalliste | Bild: Dieter Krienke, Direktion Landesdenkmalpflege, GDKE, Mainz, 2018

Eine dörfliche Idylle für die Besatzungsmacht - Die ehemalige französische Offizierssiedlung in Trier-Nord neu in der Denkmalliste | Bild: Dieter Krienke, Direktion Landesdenkmalpflege, GDKE, Mainz, 2018

Eine dörfliche Idylle für die Besatzungsmacht - Die ehemalige französische Offizierssiedlung in Trier-Nord neu in der Denkmalliste | Bild: Dieter Krienke, Direktion Landesdenkmalpflege, GDKE, Mainz, 2018

Eine dörfliche Idylle für die Besatzungsmacht - Die ehemalige französische Offizierssiedlung in Trier-Nord neu in der Denkmalliste | Bild: Dieter Krienke, Direktion Landesdenkmalpflege, GDKE, Mainz, 2018

Sie darf als herausragendes Zeugnis der deutsch-französischen Geschichte im Rheinland-Pfalz der Nachkriegszeit gelten, war Trier doch bis 1999 Standort der größten französischen Garnison außerhalb des Mutterlandes.

Für die Planung der aufgelockerten Kleinsiedlung mit ihren 18 Einzel- und Doppelhäusern zeichneten die Baugilde GmbH Trier und Regierungsbaurat Zeeb verantwortlich. Das großzügig durchgrünte Dreieck zwischen Hochwald-, Park- und Wittlicher Straße ist bis in die Gegenwart als dörfliche Idylle wahrzunehmen: Denn vor dem Hintergrund einer konservativen Grundhaltung wurden bewährte Konzepte der Vorkriegszeit wie der Gartenstadtgedanke und eine entschieden traditionalistisch orientierte Landhausarchitektur wieder aufgegriffen. Intakte Einheitlichkeit und Geschlossenheit prägen das Ensemble, das zwar einen ländlichen Charakter aufweist, sich jedoch nicht auf die regionale Bautradition bezieht. Die Grundstücke sind bis heute, wie von Anfang an vorgesehen, von Hecken eingefasst.

Im Bestand unterscheiden sich zwei Varianten eines Einfamilienhaustyps, in denen sich die Hierarchie nach den militärischen Rängen ihrer Bewohner widerspiegelt - nämlich den aufwändigeren Typ „Mosel“ und den Typ „Ruwer“ als Einzel- bzw. Doppelhaus. Ihre gemeinsamen Merkmale: Eineinhalbgeschossigkeit, verbretterter Kniestock, steiles Schieferdach mit Gauben. Eingangsbereich und Veranda sind jeweils unter einer Dachabschleppung zusammengefasst.

Gerade in einer Zeit begrenzter Ressourcen galt es schnell und kostengünstig zu bauen. Die hier bevorzugte, nur noch selten überlieferte Konstruktionsweise wird dieser Forderung durchaus gerecht. Über dem Unterbau aus Beton erhebt sich ein Gefüge in Leichtbauweise, montiert aus seriell hergestellten, genormten Bauteilen: Innen- und Außenwände kennzeichnet eine Holzrahmenkonstruktion, die mit Isolierpapier versehene Putzträgerplatten aus Heraklith, dazwischen Glaswollmatten, ausfüllen. Die verputzten Außenflächen wurden weiß angelegt.

Die bis in viele Einzelheiten erhaltene Offizierssiedlung, der eine im Hinblick auf den städtebaulichen Aspekt überaus gelungene Gesamtkonzeption zugrunde liegt, erweist sich somit als ein einzigartiges Beispiel für die Umsetzung der Bauaufgabe „Besatzungswohnungen“ in Rheinland-Pfalz.

Dieter Krienke



GDKE