Restaurierung der repräsentativen Räume eines Eifeler Jagdschlosses abgeschlossen

Unweit des kleinen Süd-Eifeler Ortes Eisenschmitt liegt einsam eingebettet in die waldreiche Landschaft Schloss Bergfeld.
Esszimmer, Zustand vermutlich 1914 | Bild aus: Schloss Bergfeld in der Eifel, Architektur-Verlag Heiss & Co., Cöln-Lindenthal, 1914

Esszimmer, Zustand vermutlich 1914 | Bild aus: Schloss Bergfeld in der Eifel, Architektur-Verlag Heiss & Co., Cöln-Lindenthal, 1914

Bauzeitliche Beschläge mit Schlüsselschild „Billardzimmer“ | Bild: Martin Hammer

Bauzeitliche Beschläge mit Schlüsselschild „Billardzimmer“ | Bild: Martin Hammer

Schäden an Furnier und Überzug | Bild: Martin Hammer

Schäden an Furnier und Überzug | Bild: Martin Hammer

Wiedereinbau der zur Restaurierung demontierten Ausstattung im Herrenzimmer | Bild: Martin Hammer

Wiedereinbau der zur Restaurierung demontierten Ausstattung im Herrenzimmer | Bild: Martin Hammer

Das burgartig angelegte Jagdschloss wurde Anfang des letzten Jahrhunderts im neoromanischen Stil erbaut. Bauherr Hugo von Gahlen, Architekt Max Wöhler, wie auch die meisten am Bau beteiligten Firmen stammten aus Düsseldorf. Auffallend ist die  technisch sehr moderne Ausstattung mit Zentralheizung, Linoleumböden, großen Panoramafenstern und Patent-Oberlichtöffnern. In Wort und Bild wurde das Gebäude kurz nach Fertigstellung in einer Veröffentlichung des Architektur-Verlags Heiss & Co., Köln-Lindenthal begeistert gefeiert.

Das Gebäude samt bauzeitlicher Ausstattung ist bis in Details - Türbeschläge, Buntglasfenster etc. - weitgehend vollständig erhalten, obschon es u.a. lange Zeit als Kinderheim genutzt wurde.

Eine erste Bestands- und Zustandserfassung der repräsentativen Räume im Erdgeschoss – Esszimmer, Billard-/Schreibzimmer, Diele, Herrenzimmer - erfolgte durch den Fachdienst Restaurierung der Direktion Landesdenkmalpflege bereits 2012 in Form eines Raumbuchs. Thema war hauptsächlich die reichhaltige Ausstattung aus Holz: Parkettböden, Wandvertäfelungen, Türen, Wandschränke, Decken. Aufschlussreich war der Abgleich mit den historischen Fotografien des Architekturverlags. Auf Grundlage der Ersterfassung konnte 2013 ein detailliertes Restaurierungskonzept samt Leistungsverzeichnis durch den Kölner Dipl.-Restaurator Daniel Ferber erstellt werden.

Nach Ausschreibung der erforderlichen Maßnahmen erfolgte 2016 und 2017 die Restaurierung der Räume durch den Dipl.-Restaurator Stefan Retterath aus Mendig. Fehlende Vertäfelungselemente wurden rekonstruiert, Ausbrüche ergänzt, abgelöste Furniere verleimt, Furnierfehlstellen ergänzt, Beschläge gereinigt und gangbar gemacht, schadhafte Überzüge regeneriert oder neu aufgebaut. Zur Bearbeitung musste ein Großteil der wandfesten Ausstattung demontiert werden. Die Maßnahmen wurden von der Landesdenkmalpflege bezuschusst.

Das Schloss befindet sich in Privatbesitz, bei den fachlichen Abstimmungen waren immer auch die Nutzerinteressen zu berücksichtigen. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit aller Projektbeteiligter – Eigentümer, Untere Denkmalschutzbehörde, Direktion Landesdenkmalpflege der GDKE als Fachbehörde und ausführender Restaurator – konnte ein sehr zufrieden stellendes Ergebnis erreicht werden, so dass die Räume heute wieder in ihrer ursprünglichen gestalterischen und handwerklichen Qualität zu erleben sind.

Martin Hammer



GDKE