Schritt für Schritt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz ein Jahr vor der Antragsstellung

Zwischenbilanz auf dem Weg zum Welterbeantrag: An drei Vortragsabenden in Speyer, Worms und Mainz präsentierten im Januar und Februar Vertreter des Landes Rheinland-Pfalz sowie Mitarbeiter des Projektteams in Kurzvorträgen den aktuellen Arbeitsstand und informierten über die nächsten Schritte.
Abb. 1: Friedhof „Heiliger Sand“ in Worms | Bild: Ursula Rudischer

Abb. 1: Friedhof „Heiliger Sand“ in Worms | Bild: Ursula Rudischer

Abb. 2: Außenfassade der Synagoge in Speyer | Bild: Jürgen Ernst

Abb. 2: Außenfassade der Synagoge in Speyer | Bild: Jürgen Ernst

Abb.: Auftaktveranstaltung im Landesmuseum Mainz | Bild: Ursula Rudischer

Abb.: Auftaktveranstaltung im Landesmuseum Mainz | Bild: Ursula Rudischer

Die Auftaktveranstaltung fand im Landesmuseum Mainz statt und wurde von Minister Prof. Dr. Konrad Wolf (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur – MWWK) eröffnet. Mit dem Welterbeantrag wird die Wiege des aschkenasischen Judentums mit ihren einzigartigen Bauwerken ins Zentrum gerückt. Das Land, in dessen Federführung das Nominierungsdossier entsteht und in dessen Gesamtverantwortung das Projekt liegt, engagiert sich seit 2006 gemeinsam mit den drei Städten sowie der Jüdischen Gemeinde Mainz für eine erfolgreiche Nominierung. Die Bedeutung des Antrags für die Städte verdeutlichten in Mainz die Grußworte von Kultur- und Baudezernentin Marianne Grosse sowie in Worms und Speyer die Grußworte des Oberbürgermeisters Michael Kissel bzw. der Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.

Die Vorträge begannen mit einem Überblick über die SchUM-Stätten ein Jahr vor der Antragsstellung. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, welche bereits erfüllt wurden und welche es noch zu erfüllen gilt, erläuterte Dr. Stefanie Hahn, Leiterin der Stabsstelle SchUM im MWWK. Über die SchUM-Gemeinden als Orte verdichteter Erinnerung referierte Dr. Christoph Cluse (Universität Trier). Je nach Veranstaltungsort setzte er bei seinen Vorträgen einen Schwerpunkt auf die immateriellen Werte der Monumente der jeweiligen Stadt. So wurden in Worms beispielsweise die Stifterinschriften der Synagoge hervorgehoben, während in Mainz auf die Bedeutung der Memorsteine eingegangen wurde. Die Monumente und deren außergewöhnlichen universellen Werte wurden von Prof. Dr. Matthias Untermann bzw. Florence Fischer (beide Universität Heidelberg) präsentiert. Die Mikwaot, Synagogen und Friedhöfe seien einzigartige und typbildende Zeugnisse für die lebendige Tradition des aschkenasischen Judentums. Nirgendwo sonst in Europa gebe es ein vergleichbares Spektrum jüdischer Stätten, um die Formationsphase des aschkenasischen Judentums zu bezeugen. Was genau dies 2019 für die Jüdische Gemeinde Mainz bedeutet und welche Potentiale und Chancen mit der Antragstellung verbunden sein können, wurde eindrücklich von Prof. Dr. Peter Waldmann, stellv. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Mainz, dargelegt. Er betonte, dass mit dem Antrag die Möglichkeit bestünde, jüdische Geschichte jenseits der Schoah und damit die lange und vielfältige jüdische Kultur in Deutschland zu vermitteln, eine Herausforderung und Chance, die gemeinsam genutzt werden sollten.

In allen drei Städten bestand großes Interesse an dem UNESCO-Welterbeantrag, was nicht nur durch die großen Teilnehmerzahlen sondern auch beim direkten Austausch zum Ausdruck kam. Gerne wird dies zum Anlass genommen, um auch weiter mit der Öffentlichkeit im Gespräch zu bleiben. Die Vortragsabende waren daher nur der Beginn einer Reihe von Veranstaltungen, die 2019 folgen werden.

Nadine Hoffmann



GDKE