Aufgaben der Landesdenkmalpflege

Denkmalschutz und Denkmalpflege haben die Aufgabe, Kulturdenkmäler für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Sie tragen dazu bei, dass die Vergangenheit als materielle und geistige Basis für unser heutiges Dasein und Selbstverständnis gegenwärtig bleibt.

Als Denkmalfachbehörde wirkt die Direktion Landesdenkmalpflege bei den Aufgaben von Denkmalschutz und Denkmalpflege gemeinsam mit den 36 Denkmalschutzbehörden und mit den Eigentümern sowie Gemeinden und Gemeindeverbänden in möglichst partnerschaftlicher Weise zusammen. Die Verteilung der Aufgaben leitet sich aus dem Denkmalschutzgesetz ab.

Bei Maßnahmen an Kulturdenkmälern liegt die unmittelbare Zuständigkeit bei den Unteren Denkmalschutzbehörden in den Verwaltungen der Landkreise und kreisfreien Städte. Sie erteilen im Benehmen mit der Fachbehörde Genehmigungen und Auflagen und stehen den Bürgern als erste Ansprechpartner zur Verfügung. Die kirchlichen Bauten werden von den Denkmalbehörden der katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen betreut, die in fachlichen Fragen eng mit der Landesdenkmalpflege zusammenarbeiten.

Die Landesdenkmalpflege nimmt – häufig im Verbund mit externen Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen und ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern – ein vielfältiges Aufgabenspektrum wahr. Ihr Auftrag umfasst die Beratung von Eigentümern und Behörden, die Anregung und fachliche Begleitung von Maßnahmen sowie die Erstellung von Gutachten zu Fragen des Denkmalschutzes und Methoden der Denkmalpflege. Die Landesdenkmalpflege beteiligt sich auch an der Einbeziehung der Kulturdenkmäler in Raumordnung, Landesplanung und städtebauliche Entwicklung.

Ein wesentliches Aufgabenfeld der Landesdenkmalpflege ist die Erfassung und Bewertung der Kulturdenkmäler im Rahmen der Inventarisierung sowie das Führen der Denkmalliste. Darüber hinaus gehört es zum fachlichen Auftrag, die Kulturdenkmäler zu erforschen, die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Verständnis für Denkmalschutz und Denkmalpflege zu fördern. Als seit Jahrzehnten gewachsenes, zentrales Denkmalarchiv des Landes sammelt die Fachbehörde historische Informationen, Dokumentationen und bildliche Darstellungen von Denkmälern.

Die kulturelle Verantwortung des Landes beweist sich nicht zuletzt auch in der Förderung von Maßnahmen zur Pflege und zum Erhalt von Kulturdenkmälern in Form von direkten Zuschüssen oder steuerlichen Vorteilen, die als Aufgabe ebenfalls der Landesdenkmalpflege zugeordnet ist.  

Das Aufgabenspektrum der Landesdenkmalpflege spiegelt sich in der Aufteilung in drei Fachbereiche und zwei Fachdienste

  • Praktische Denkmalpflege
  • Inventarisation
  • Weiterbildung und Vermittlung
  • Fachdienste Restaurierung und Bauforschung

Die Landesdenkmalpflege stellt sich vor

Die Landesdenkmalpflege stellt sich vor | Bild: GDKE






Die Landesdenkmalpflege stellt sich vor | Bild: GDKE






Die Landesdenkmalpflege stellt sich vor | Bild: GDKE
Die Landesdenkmalpflege stellt sich vor | Bild: GDKE






Die Landesdenkmalpflege stellt sich vor | Bild: GDKE

Die Landesdenkmalpflege kümmert sich von der wissenschaftlichen Erfassung, Erforschung und Dokumentation der Kulturdenkmäler bis hin zur konkreten Beratung bei wichtigen Instandsetzungsmaßnahmen. Zu den Kernaufgaben der Landesdenkmalpflege gehört das Auffinden der Kulturdenkmale und folgerichtig das Führen der Denkmalliste. Die Denkmalliste ist die unentbehrliche Voraussetzung für die Arbeit in der Praktischen Denkmalpflege. Die Landesdenkmalpflege arbeitet zusammen mit den Unteren Denkmalschutzbehörden, den Bistümern und Landeskirchen sowie sonstigen Einrichtungen wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Mit mittlerweile über 30 Bänden konnten große Teile des reichen Denkmalbestandes von Rheinland-Pfalz in den Bänden der Denkmaltopographie veröffentlicht werden. Neben der Beschreibung der Kulturdenkmäler und entsprechenden Abbildungen enthält die Denkmaltopographie Karten und ausführliche Einleitungstexte zu den einzelnen Orten und zur jeweiligen Kulturlandschaft. Seit rund 100 Jahren erscheinen die klassischen Kunstdenkmälerinventare, intensive wissenschaftliche Bearbeitungen kleinerer Einheiten, Teilen von Landkreisen oder Städten. Kurz vor ihrer Veröffentlichung steht zurzeit der Band über die Stadt St. Goar.

Die Referentinnen und Referenten der Landesdenkmalpflege, Architekten und Kunsthistoriker, unterstützen und beraten die Unteren Denkmalschutzbehörden bei den denkmalrechtlichen Genehmigungen und sind darüber hinaus Ansprechpartner für Eigentümer, Architekten, Planer und Handwerker, wenn es darum geht, Kulturdenkmäler instand zu setzen oder zu verändern, etwa im Zusammenhang mit neuen Nutzungen. Sie bedienen sich dabei des Fachwissens der Referate Bauforschung und Restaurierung. Wie das Referat Bauforschung unterstützt die Restaurierungswerkstatt des Amtes die Referenten bei einzelnen Projekten durch die Vorbereitung von Realisierungsmaßnahmen, meist im Kontakt mit freien Restauratoren. Auch die Werkstatt unterhält umfangreiche Archive mit Dokumentationen zu Restaurierungsmaßnahmen.

Darüber hinaus ist das Institut für Steinkonservierung e.V. bei entsprechenden Einzelfragen beratend tätig. Dieser Verein wird gemeinsam von den Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen getragen.

Die Landesdenkmalpflege vergibt Zuschussmittel für die Erhaltung nichtstaatlicher Kulturdenkmäler. Sie erteilt nach vorher mit ihr abgestimmter fachlich erfolgreicher Instandsetzung Steuerbescheide an die Eigentümer. Die Landesdenkmalpflege setzt sich auch für den Erhalt kulturhistorisch hochbedeutender akut vom Untergang bedrohter Kulturdenkmäler des Landes ein. 

Die Referenten sorgen zudem durch die Ausübung von Querschnittsreferaten zu Aspekten wie Städtebaulicher Denkmalpflege, Industriedenkmalpflege, Gartendenkmalpflege oder Bautechnik für eine ständige Wissensmehrung und die Orientierung an bundesweiten fachlichen Standards.

Die Landesdenkmalpflege betreut eine umfangreiche Sammlung historischer Bauteile im Gewölbekeller des barocken Erthaler Hofs mit Fenstern, Türen, Ziegeln, Fliesen, Beschlägen, die nach Voranmeldung interessierten Gruppen zugänglich ist.

Das Referat Bauforschung dokumentiert einzelne Kulturdenkmäler durch Zeichnungen (Aufmaße) und Fotos, stellt bauhistorische Untersuchungen an (u. a. Vorbereitung dendrochronologischer Untersuchungen) und arbeitet an ausgewählten Sonderprojekten. Die Mitarbeiter des Referats betreuen auch das über 70.000 Pläne umfassende Planarchiv.

Zu den Aufgaben des Referats Fotografische Dokumentation gehört neben der Arbeit vor Ort die Betreuung des ca. 300.000 Aufnahmen umfassenden Fotoarchivs, des großen Diaarchivs sowie der Aufbau einer digitalen Dokumentation.
In der Topographischen Registratur des Amtes finden sich Akten zu allen Vorgängen und Maßnahmen an Baudenkmälern. Die Unterlagen reichen zum Teil zurück in das späte 19. Jh. Zusammen mit den übrigen Archiven des Amtes sind die Akten unerlässliche Arbeitsgrundlage. Die Bibliothek mit ca. 21.000 Bänden bildet das wissenschaftliche Fundament für die Arbeit der Denkmalpflege. Schwerpunkte sind Publikationen zur Baugeschichte sowie der regionalen Kunst- und Architekturgeschichte.

Die Landesdenkmalpflege sorgt für die landesweit einheitliche Fortbildung der Unteren Denkmalschutzbehörde und erarbeitet dazu Leitfäden zum Umgang mit den Kulturdenkmälern, u. a. zu Themen wie Solaranlagen und energetischer Ertüchtigung. Das Werben für die Belange des Denkmalschutzes und das Vermitteln denkmalpflegerischen Handelns gehört auch zu den wichtigen Aufgaben der Landesdenkmalpflege. Dies drückt sich neben der Publikation der Jahrbücher und Forschungsberichte durch Fachvorträge der Referenten und ihr Engagement für den jährlichen „Tag des Offenen Denkmals“ aus.
 
Fz. 29.03.11



GDKE