Was ist ein Kulturdenkmal?

Rheinland-Pfalz ist reich an Kulturdenkmälern. Ihre Spanne reicht von der Römerzeit bis zum 20. Jahrhundert. Mit dem Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“, dem Moseltal und der pfälzischen Weinstraße umschließt sie traditionsreiche Kulturlandschaften sowie mit Mainz, Koblenz, Trier und Speyer bedeutende historische Städte. Derzeit sind im Lande etwa 35.000 Kulturdenkmäler erfasst.

Kulturdenkmäler eröffnen einen unverstellten Blick in die Geschichte und machen sie sinnlich erfahrbar. Als altvertraute Begleiter in unserer unmittelbaren Umgebung stärken sie das Heimatgefühl und tragen zur Lebensqualität in unseren Städten und Dörfern bei.

Nach dem Denkmalschutzgesetz sind Kulturdenkmäler Zeugnisse der Vergangenheit, an deren Erhaltung aus geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht. Voraussetzung für die Ausweisung als Kulturdenkmal ist die möglichst weitgehende materielle Überlieferung der historischen Substanz, die mit ihren Alterungsspuren eine authentische Quelle ihrer Entstehungszeit sowie ihrer geschichtlichen Entwicklung darstellt. Für die allgemeine Wahrnehmung eines Kulturdenkmals von Bedeutung ist ebenso sein historisches Erscheinungsbild.

Neben den traditionellen Denkmalgattungen wie Kirchen, Burgen, Schlössern oder Bürgerhäusern werden heute auch technische Einrichtungen, Bauwerke unterschiedlicher sozialer Schichten, historische Relikte oder Industrieanlagen als exemplarische Zeugnisse menschlichen Wirkens unter Denkmalschutz gestellt. Das Gesetz unterscheidet zwischen Einzeldenkmälern und Denkmalzonen, zu denen Gesamtanlagen, kennzeichnende Straßen- und Ortsbilder, Ortsgrundrisse sowie historische Gärten gehören. Der Schutz umfasst auch Bauten aus jüngerer Zeit, sofern sie einer abgeschlossenen Kulturepoche zugerechnet werden können. Zu ihnen zählen Zeugnisse der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg bis hin zu Bauten der 1960er-1980er Jahre. Alle Kulturdenkmäler sind in der Denkmalliste aufgeführt.

Der Auftrag zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz gründet in der Landesverfassung von 1947 (Art. 40). Rechtliche Grundlage für die Denkmalpflege ist das 1978 erlassene, zuletzt 2014 geänderte Denkmalschutzgesetz. Es definiert den Begriff des Kulturdenkmals, beschreibt die Aufgaben des Denkmalschutzes und regelt das Verfahren im Umgang mit den Denkmälern.

Denkmalschutz und Denkmalpflege verstehen sich jedoch als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur durch die zuständigen Behörden wahrgenommen wird, sondern in der Verantwortung aller Bürger liegt. Diese tragen damit für sich und ihre Nachkommen zur Bewahrung und Überlieferung der kulturellen Identität, aber auch zu einem intakten Ortsbild und zu einer lebenswerten Umwelt bei.



GDKE